Ludwig-Maximilians-Universität München,
Institut für Informatik,
Lehr- und Forschungseinheit für Programmierung und Softwaretechnik
DIPLOMARBEIT
Entwicklung einer Integrierbaren Ressourcenverwaltung für Automotive Infotainment-Systeme
Kurzfassung
Die Komplexität von HMI-Systemen im Automobil nimmt ständig zu. Bei gleichzeitig immer kürzeren Entwicklungszyklen bieten textuelle Spezifikationen der zu entwickelnden Systeme und späte Tests an Hardware-Prototypen eine unzureichende Grundlage für den Entwicklungsprozess.
Das HMI-Entwicklungswerkzeug RAVENNA der Firma Berner & Mattner Systemtechnik GmbH (www.bms.de) bietet Unterstützung für den Entwicklungsprozess. Durch die Modellierung von HMI-Systemen in UML können textuelle Anforderungen um eine modellbasierte Spezifikation erweitert werden. Durch Simulation und die Anbindung verschiedener realer Elemente aus dem Automobil (CAN-Bus, Displays) können die Modelle darüber hinaus zur frühzeitigen Validierung von Bedienkonzepten dienen.
Bei der Entwicklung von HMI-Systemen kommen zahlreiche Grafiken, Texte und andere Arten von Ressourcen zum Einsatz. Diese Ressourcen können dabei in verschiedenen Varianten vorliegen, wie sie bei Text-Ressourcen beispielsweise durch Internationalisierung entstehen. Auch wird dieselbe Ressource häufig an verschiedenen Stellen im Modell verwendet.
RAVENNA fehlt derzeit die Möglichkeit, Ressourcen
symbolisch zu verwalten und dadurch flexibel nutzbar zu machen.
Bisher werden Texte und Grafiken direkt unter Angabe des Strings bzw. des Dateipfads im Modell verwendet. Dadurch bedingt müssen z.B. für eine Simulation in einer anderen Sprache sämtliche Text-Strings manuell im Modell übersetzt werden.
Mit der Ressourcenverwaltung wird in dieser Arbeit eine Software geschaffen, welche die Handhabung und den Einsatz großer Mengen von Ressourcen, die im HMI-Entwicklungsprozess eingesetzt werden, über eine zentrale Verwaltung und Verteilung dieser Ressourcen unterstützt. Durch den Einsatz der Ressourcenverwaltung in RAVENNA wird u.a. das oben erwähnte Problem der Nutzung von Ressourcen in den Modellen gelöst, indem eine symbolische Verwendung ermöglicht wird. Hierdurch können Simulationen für verschiedene Varianten ohne Änderungen im Modell durchgeführt werden. Zur Repräsentation von Ressourcen wird im Zuge dieser Arbeit ein generischer Ansatz entworfen, welcher zusammen mit der Spezifikation zulässiger Ressourcenarten über Constraints große Flexibilität bietet. Durch Änderung der Constraints können jederzeit Ressourcenarten hinzugefügt oder verändert werden, ohne dass ein Eingriff in die Implementierung nötig wird. Durch die Verwendung von CORBA kann die Ressourcenverwaltung nicht nur in RAVENNA, sondern in allen Tools, welche eine der von CORBA unterstützen Programmiersprachen verwenden, eingesetzt werden. Über den Einsatz in existierenden Tools hinaus kann sie auch als Grundlage für neue Werkzeuge, die für den HMI-Entwicklungsprozess hilfreich sind, dienen. Hierbei ist die generische Repräsentation der Ressourcen von besonderem Vorteil, da neue Einsatzmöglichkeiten oft neue Anforderungen in Form von zusätzlich benötigten Merkmalen an eine Ressourcenart stellen.
Die Diplomarbeit entsteht in Zusammenarbeit mit der Firma Berner & Mattner Systemtechnik GmbH (www.bms.de).
Aufgabensteller:
Prof. Dr. Rolf
Hennicker
Betreuer:
Prof. Dr. Rolf
Hennicker
Torsten Schultz, Gerhard Dotzler (auswärtige Betreuer)
Bearbeiter:
Jan Peter Gutzmann