Ausgangspunkt der Designmodelle ist das konzeptionelle Modell, ein UML-Klassendiagramm. In diesem werden die Klassen des Problembereichs der Anwendung definiert, Abhängigkeiten/Assoziationen zwischen den Klassen festgelegt und eventuell mittels OCL Invarianten und Bedingungen formalisiert. Das konzeptionelle Modell enthält keine Navigations- oder Präsentationsaspekte. Ausgehend von diesem konzeptionellen Modell definiert UWE ein Verfahren, wie daraus systematisch das Navigationsmodell abgeleitet werden kann, das aus einem Navigationsraummodell und einem Navigationsstrukturmodell besteht. Dieses definiert Sichten auf das konzeptionelle Modell und spiegelt die möglichen Navigationswege zwischen den Navigationsklassen wieder. Aus dem Navigationsmodell wird dann das Präsentationsmodell abgeleitet, das die Grundlage für die spätere sichtbare physikalische Präsentation (z.B. Browserseite) ist.
Die beschriebenen Modelle (konzeptionelles Modell, Navigationsraummodell, Navigationsstrukturmodell und eventuell mehrere Präsentationsmodelle) dienen als Ausgangspunkt für die (halb-)automatische Erstellung der Webanwendung. Zusammen mit Generatorparametern, wie z.B. das zu verwendende Webframework, soll daraus eine lauffähige Anwendung generiert werden. Dabei können sowohl dynamische als auch statische Seiten entstehen. Die Schnittstellen des hier beschriebenen Generators für die Webanwendung sollen technologieunabhängig sein, so dass für jede Technologie der Generator nur minimal angepasst werden muss.
Insbesondere soll in dieser Diplomarbeit ein XML Publishing Framework (Apache Cocoon) zur Generierung von Webanwendungen eingesetzt werden. Nach dem Durchlauf der Generierung können noch graphische Anpassungen durch Bearbeitung von Stylesheets vorgenommen werden.