Führen Leisten Leben


Das neue Buch von Fredmund Malik. Was er sagt und rät ist zwar größtenteils offensichtlich und trivial, aber in der Praxis trotzdem bei kaum jemandem anzutreffen. Also sei es hiermit empfohlen. Und zwar allen, die Führen, und sei es nur sich selbst.

Das "manager magazin" übrigens (auch als "Gala der Führungskraft" bekannt) sagt zu diesem Opus:

Dieses Buch beantwortet Fragen, die Führungskräfte nicht stellen - bis sie dieses Buch gelesen haben. Danach wird man allerdings die eigenen, alten Führungskonzepte nicht mehr mögen. Fredmund Malik gehört zu den Begründern des systemischen Managements der St. Gallener Schule. Seit Jahrzehnten spezialisiert er sich auf Führungsprobleme.

Bevor Malik in seinem Buch näher auf seine Vorstellungen von einer wirksamen Führung eingeht, räumt er mit hinderlichen Führungsmythen auf: mit der "idealen Führungskraft" und den "wichtigsten Eigenschaften erfolgreicher Führungskräfte". Selbst an weltberühmten Managementgrößen wie Jack Welch ist nichts Außergewöhnliches, behauptet Malik. Sie entsprechen keinem bestimmten Persönlichkeitstyp. Aber sie sind wirksam und folgen grundlegenden Arbeitsmustern. Diese kann und muss der Normalbegabte lernen.

Die Primadonnen wie die grauen Managementmäuse arbeiten übergreifend: Sie setzen Ziele, organisieren das Handeln der Menschen, kontrollieren die Aufgabenerledigung und fördern leistungsbereite Mitarbeiter. Stärken nutzen, Konzentration auf Weniges, Resultatorientierung - so lautet Maliks Rat. Besonders wichtig sei dabei die "systematische Müllabfuhr". Maliks Empfehlung: "Wirksame Führungskräfte reservieren sich einen Tag im Jahr, an dem sie gewissenhaft die Frage durchdenken: Was sollte ich nicht mehr tun - weil es sich überlebt hat, weil es Wichtigeres zu tun gibt, weil ich andere Prioritäten setzen muß?"

Fazit: Wer sein Führungsverhalten und sein Führungssystem selbstkritisch überdenken will, kann keine anregendere Lektüre finden.


stoerrle [at] informatik.uni-muenchen.de